Ausrüstung

Alarmierung:
Alarmiert werden wir über die Integrierte Leitstelle Göppingen (ILS). Die Feuerwehr Deggingen wird über sogenannte Funkmeldeempfänger (Piepser) alarmiert. Bei dieser Art der Alarmierung spricht man auch von einem "Stillen Alarm", da die Bürger davon in der Regel nichts mitbekommen.
Nach dem Alarm begeben sich die Einsatzkräfte auf dem schnellstmöglichen Weg zum Feuerwehrhaus. Nun wird den Feuerwehrangehörigen die Einsatzmeldung mit Einsatzort und eventuell vorhandenen Informationen über Funk (4m Analog) übermittelt. Zusätzlich erhalten die Kräfte noch ein Alarmfax von der Leitstelle, auf welchem alle wichtigen Informationen zum Einsatz (z.B. genauer Einsatzort, mitalarmierte Wehren oder sonstige wichtige Infos) enthalten sind. Anschließend werden die Einsatzfahrzeuge besetzt. Je nach Alarmstichwort gibt es eine Alarm- und Ausrückeordnung (AAO).

Persönliche Schutzausrüstung:
Jeder Feuerwehr angehörige der Einsatzabteilung besitzt seine eigene Persönliche Schutzkleidung. Diese Kleidung schütz vor Witterung, Schnittverletzungen und ist hitzebeständig um ein vorgehen mit Atemschutz bei Bränden zu ermöglichen. Die Schutzausrüstung besteht aus folgenden Teilen:

  • Helm (MSA Gallet F1 XF)
  • Einsatzjacke
  • Handschuhe (je 1 Paar für Brände & THL-Einsätze)
  • Einsatzhose
  • Feuerwehrhaltegurt
  • Einsatzstiefel

Auf den Fahrzeugen sind ebenfalls noch erweiterte Schutzausrüstungen für Forstarbeiten, besonderer Hitzeschutz sowie für leichte Chemikalien-Unfälle verlastet.

Atemschutzgerät/Fluchthaube:
Wo Feuer ist - ist auch Rauch. Dass dieser Rauch weitaus gefährlicher als das Feuer ist, ist oftmals nicht bekannt. Bereits wenige Atemzüge dieser Rauchgase sind für den Menschen tödlich. Um sich vor dem Rauch zu schützen, wird ein so genanntes Atemschutzgerät getragen.
Dieses Gerät ermöglicht es, auch in stark verrauchten Bereichen eine Menschenrettung sowie Brandbekämpfung durchzuführen. Die Luft, welche sich in den Flaschen befindet, ist ganz normale Atemluft. Die verwendeten Atemschutzgeräte haben je nach Träger eine Einsatzdauer von ca. 30-40 min.
Wenn Menschen durch verrauchte Bereiche gerettet werden müssen, besteht die Möglichkeit, sogenannte Fluchthauben einzusetzen. Diese werden den Personen über den Kopf gezogen und filtern Schadstoffe aus der Umgebungsluft. Diese Hauben sind jedoch vom Sauerstoffgehalt der Umluft abhängig.

Wärmebildkamera:
Wärmebildkameras werden bei der Feuerwehr verwendet für die Personensuche und -rettung (zum Beispiel in verrauchten Räumen oder im Freien), die Suche nach dem Brandherd und Glutnestern zum Erleichtern der Brandbekämpfung, die Lagebeurteilung oder für Gefahrguteinsätze (Füllstände von Behältern, Gasaustritte, Gefahrstoffe auf Gewässern). Dabei nutzt die Kamera die von Objekten ausgesendete Infrarotstrahlung und wandelt sie in ein sichtbares Bild um. Infrarotstrahlung durchdringt den Brandrauch. So ist auch bei vollkommener Verrauchung mit der Wärmebildkamera immer noch die Sicht in Räume möglich. In Deggingen kommt die FLIR K33 zum Einsatz.

Mobiler Rauchverschluss:
Der Mobile Rauchverschluss wird vor dem Betreten eines verrauchten Bereichs an der Zugangstüre angebracht, um zu verhindern, dass sich der Brandrauch ungewollt auf rauchfreie Bereiche ausbreiten kann. Beispielsweise wird der Rauchvorhang bei einem angenommenen Küchenbrand an der Küchentüre angebracht, damit sich der Brandrauch nicht in der gesamten Wohnung verbreiten kann. Nachdem der Rauchvorhang gesetzt wurde, kann die Feuerwehr die Türe öffnen und mit der Brandbekämpfung beginnen.

Motorsäge/ Rettungssäge:
Neben den normalen Motorkettensägen steht der Feuerwehr Deggingen ebenfalls eine sogenannte Rettungssäge zur Verfügung.
Die Rettungssäge unterscheidet sich optisch nur wenig von einer normalen Motorsäge. Sie ist jedoch mit einer Hartmetallkette ausgestattet, die auch Verbundstoffe schneidet. Mit Nägeln und Schrauben versetztes Holz zum Beispiel schneidet sie ebenso mühelos wie Bleche, Leichtmauerwerk, Teerpappe, Isoliermaterialien, Dachverkleidungen oder auch Sicherheitsglas. Mit ihrem Schnitttiefenbegrenzer kann zentimetergenau eingestellt, wie tief er schneiden will. So lassen sich beispielsweise bei Brandeinsätzen Flachdächer öffnen, ohne tragende Teile zu zerstören.

Absturzsicherung:
Neu in der Degginger Feuerwehr ist der Satz Absturzsicherung. Dieser besteht aus 2x Kletterausrüstung (Helm, Klettergurt) und Kletterseilen. Diese Gerätschaften kommen zum Einsatz, wenn es gilt im steilen Gelände zu arbeiten aber auch Menschenrettungen in solchem durch zu führen. Alle Mitglieder der Einsatzabteilung, die sich in diesem Bereich qualifizieren wollen, durchlaufen eine 24h Grundausbildung.

Hydraulischer Rettungssatz:
Auf dem HLF 20 als auch dem Reichenbach LF 10 ist der Hydraulische Rettungssatz verlastet. Der Rettungssatz besteht jeweils aus einem Hydraulischen Aggregat mit Elektroantrieb und verschiedensten Hydraulischen Rettungsgeräten, welche an den jeweiligen Hydraulikanschlüssen angeschlossen werden.
Auf dem HLF setzen sich diese aus einem Spreizer, Schere, einen teleskopierbaren und einen einfachen Rettungszylinder der Firma Lukas Rettungsgeräte zusammen. Auf dem LF 10 befindet sich ein Kombigerät aus Schere und Spreizer sowie einen Rettungszylinder der Firma Weberhydraulik. Die beiden Rettungssätze unterscheiden sich in größe und Leistung.
Der hydraulische Rettungssatz kommt immer dann zum Einsatz, wenn Personen in PKW eingeklemmt sind oder schwere Lasten angehoben werden müssen.

Sprungretter:
Ist der Fluchtweg aus einem Gebäude abgeschnitten und es besteht keine Möglichkeit eine Rettung über Leitern oder anderen Möglichkeiten schnell durchzuführen, bleibt nur eine Rettung mit einem sogenannten Sprungpolster übrig. Diese Geräte wurden entwickelt um Sprünge aus großen Höhen abzufangen. Grundsätzlich funktionirert dies wie ein großes mit Luftgefülltes Kissen.
Beim Aufrichten des Sprungpolsters strömt Umgebungsluft durch runde Öffnungen in den Seitenplanen (Aus- und Einströmöffnungen) in die beiden Luftkammern ein. Die Auffangplane ist überwiegend weiß, eine schwarze Markierung kennzeichnet die Mitte. Beim Auftreffen eines Körpers innerhalb der markierten Auffangplane verformt sich das Schlauchgerüst. Das Volumen der Luftkammern verringert sich, die Luft im Inneren der Kammern wird momentan verdichtet und entweicht anschließend durch die Aus- und Einströmöffnungen der Seitenplanen. Es bildet sich eine Art Trichter in Richtung Sprungpolstermitte. Dadurch wird ein Durchschlagen auf den Boden, ein zu harter Aufprall und ein Herausschleudern (Trampolineffekt) der zu rettenden Person verhindert. Der Sprungretter in Deggingen ist 3,5m x 3,5m groß und für eine Rettungshöhe von 16m (6. Obergeschoss) zulässig.

pnemaitsche Hebekissen:
Hebekissen werden zum Anheben schwerer Lasten verwendet. Durch Druckluft aus einer Druckluftflasche bzw. aus dem Druckluftkreis der Feuerwehrfahreuge wird das Steuergerät versorgt. Mit dessen Hilfe können gleichzeitig zwei Hebekisse unabhängig von einander bedient werden.
Das Einsatzspektrum reicht von der Personenbefreiung bei Kraftfahrzeugunfällen über das Heben von Bäumen bei Unfällen im Forstbereich oder das Bewegen schwerer Lasten z. B. bei Baustellenunfällen.
Der komplette Satz besteht aus Pressluftflasche (oder Druckluftflasche), Druckminderer, Steuergerät, Verbindungsschläuchen und zwei Hebekissen mit 12 und 24 Tonnen Hubkraft.

Belüftungsgerät:
Nach einem Wohnungs- oder Zimmerbrand wird der betroffene Bereich meist durch Drucklüfter weitgehend rauchfrei geblasen. Hierdurch wird das vorgehen bei Nachlöscharbeiten erleichtert oder Fluchtwege komplett rauchfrei gehalten. Die Degginger Feuerwehr hat auf allen ihren Löschfahrzeugen jeweils einen Hochleistungslüfter verlastet. Diese unterscheiden sich jedoch in ihrer Leistungsfähigkeit und Antriebsart (Elektro-, Benzin- oder Wasserantrieb).

 

 

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